Über mich

Physiotherapie mit Blick auf Belastbarkeit, Leistungsfähigkeit und langfristige Gesundheit.

Ich bin Andreas Jandorek, Physiotherapeut (BA) und Sportphysiotherapeut. Mein fachlicher Schwerpunkt liegt an der Schnittstelle von Physiotherapie, Rehabilitation, Training und körperlicher Leistungsfähigkeit.

PhysiotherapieFunktion, Belastbarkeit und individuelle Ziele
SportphysiotherapieVon der Rehabilitation zurück zu sport- und alltagsspezifischer Leistung
Mein fachlicher Rahmen

Was möchte ein Mensch wieder oder weiterhin tun können?

Mich interessiert nicht nur die Frage, wie Beschwerden reduziert werden können. Entscheidend ist für mich vielmehr: Was möchte ein Mensch wieder oder weiterhin tun können – und welche körperlichen Voraussetzungen braucht er dafür?

Das kann bedeuten, nach einer Verletzung wieder in den Sport zurückzukehren. Es kann bedeuten, Kraft und Belastbarkeit für einen anspruchsvollen Alltag aufzubauen. Oder mit zunehmendem Alter möglichst lange selbstständig, leistungsfähig und körperlich frei zu bleiben.

Genau dort beginnt für mich gute Rehabilitation.

Belastbarkeit ist mehr als Schmerzfreiheit

Schmerzfreiheit kann ein wichtiges Ziel sein. Sie ist aber nicht automatisch dasselbe wie Belastbarkeit.

Wer nach einer Verletzung wieder Fußball spielen möchte, muss andere Anforderungen bewältigen können als jemand, der wieder schmerzfrei spazieren gehen möchte. Ein Kraftsportler braucht andere körperliche Reserven als ein Mensch, dessen wichtigstes Ziel darin besteht, auch mit 70 noch problemlos wandern, reisen oder vom Boden aufstehen zu können.

Deshalb versuche ich Beschwerden nicht isoliert über einzelne Strukturen, MRT-Befunde oder vermeintlich „falsche“ Bewegungsmuster zu betrachten. Mich interessieren unter anderem Funktion, Kraft, Beweglichkeit, Belastungshistorie, aktuelle Belastbarkeit, sportliche oder berufliche Anforderungen, persönliche Ziele und der individuelle Kontext.

Die entscheidende Frage lautet nicht nur: Was tut weh? Sondern auch: Was muss dieser Mensch wieder können?

Belastbarkeit bedeutet für mich auch Freiheit

Ein Gedanke ist für meine Arbeit in den letzten Jahren immer wichtiger geworden: Körperliche Leistungsfähigkeit schafft Handlungsspielraum.

Kraft, Ausdauer, Bewegungskompetenz und Belastbarkeit sind nicht ausschließlich sportliche Eigenschaften. Sie beeinflussen, was wir im Alltag tun können: einen Berg hochgehen, mit Kindern oder Enkeln spielen, einen Koffer tragen, Sport treiben, reisen oder möglichst lange selbstständig bleiben.

Deshalb verstehe ich Longevity weniger als den Versuch, das Altern aufzuhalten. Mich interessiert vielmehr die Frage: Wie können wir möglichst lange möglichst viel von dem tun, was uns wichtig ist?

Niemand kann garantieren, wie gesund oder leistungsfähig wir in 20 oder 30 Jahren sein werden. Genetik, Erkrankungen, Verletzungen und Zufall spielen immer eine Rolle. Aber wir können beeinflussen, mit welchen körperlichen Reserven wir älter werden.

Training schafft die Voraussetzung für Anpassung

Training ist für mich weit mehr als Bewegung oder Kalorienverbrauch. Es setzt einen Reiz. Muskulatur, Sehnen, Knochen, Herz-Kreislauf-System und Stoffwechsel reagieren auf Anforderungen, denen wir sie wiederholt aussetzen.

Dabei entsteht Anpassung nicht durch eine einzelne perfekte Einheit. Sie entsteht über Zeit: Belastung. Erholung. Wiederholung. Progression.

Das klingt weniger spektakulär als viele Versprechen aus Fitness, Therapie oder Longevity. Ist aber genau deshalb wichtig. Langfristige Entwicklung hängt selten davon ab, die eine perfekte Übung zu finden. Sie hängt wesentlich stärker davon ab, sinnvolle Dinge ausreichend lange und ausreichend regelmäßig zu tun.

Motivation ist hilfreich. Kontinuität ist verlässlicher.

Motivation kann Training leichter machen. Aber sie schwankt. Deshalb sollte ein langfristiger Prozess nicht davon abhängen, ob wir an einem bestimmten Tag besonders motiviert sind.

Ich halte einen realistischen Plan, klare Prioritäten und Kontinuität für wichtiger. Dabei bedeutet Disziplin für mich nicht, Warnsignale zu ignorieren oder sich um jeden Preis durchzubeißen. Es bedeutet vielmehr, zu akzeptieren, dass nicht jede Entscheidung, die langfristig sinnvoll ist, kurzfristig bequem sein muss.

Manchmal bedeutet Fortschritt, Belastung geduldig aufzubauen. Manchmal, Grundlagen erneut zu trainieren. Manchmal, weniger zu machen. Und manchmal schlicht, einen sinnvollen Plan lange genug zu verfolgen, damit Anpassung überhaupt stattfinden kann. Denn auch Entscheidungen, die wir nicht treffen, beeinflussen unsere Zukunft.

Wissenschaft soll Entscheidungen verbessern

Wissenschaftliche Evidenz ist eine wichtige Grundlage meiner Arbeit. Aber Wissenschaft ist für mich kein starres Regelwerk. Studien untersuchen Gruppen von Menschen. In der Praxis steht mir immer ein einzelner Mensch mit einer individuellen Geschichte, unterschiedlichen Voraussetzungen und eigenen Zielen gegenüber.

Deshalb interessiert mich nicht nur: „Was zeigt eine Studie?“ Sondern auch: „Wie relevant ist dieses Ergebnis für diesen Menschen in dieser Situation?“

Dazu gehören Studiendesign, Effektgröße, Unsicherheit und Übertragbarkeit genauso wie Erfahrung, Präferenzen und praktische Umsetzbarkeit.

Ähnlich sehe ich Diagnostik und Messwerte. Heute können wir enorm viele Dinge messen. Mehr Daten bedeuten aber nicht automatisch bessere Entscheidungen. Ein Wert ist für mich dann interessant, wenn er hilft, eine relevante Frage besser zu beantworten oder eine sinnvollere Entscheidung zu treffen.

Nicht jede Abweichung braucht eine Intervention. Manchmal ist die beste Entscheidung tatsächlich: nichts verändern und einen funktionierenden Prozess weiterführen.

Rehabilitation endet für mich nicht bei „wieder schmerzfrei“

Mein Ziel ist nach Möglichkeit nicht nur die Rückkehr zu einem Zustand ohne Beschwerden. Ich möchte Menschen dabei unterstützen, wieder die körperlichen Anforderungen ihres eigenen Lebens bewältigen zu können.

Bei Sportlern bedeutet das häufig: nicht nur Return to Sport, sondern möglichst auch Return to Performance. Bei anderen Menschen bedeutet es vielleicht, wieder Vertrauen in Bewegung zu entwickeln, stärker zu werden oder körperliche Reserven aufzubauen, die ihnen auch in Zukunft möglichst viel Selbstständigkeit ermöglichen.

Die konkrete Strategie kann sehr unterschiedlich aussehen. Der rote Faden bleibt für mich jedoch derselbe: Evidenz → Praxis → Belastbarkeit.

Perspektive

Was können wir heute tun, damit wir morgen noch das tun können, was uns wichtig ist?

Diese Frage verbindet für mich Rehabilitation, Training und langfristige Gesundheit.

Evidenz
Forschung kritisch einordnen, statt einfache Gewissheiten zu versprechen.
Praxis
Empfehlungen müssen zur Person, zum Ziel und zum realen Alltag passen.
Belastbarkeit
Nicht nur Symptome reduzieren, sondern körperliche Handlungsmöglichkeiten aufbauen und erhalten.

Beruflicher Kontext

Aktuell angestellt bei Nejc Hojc Personal Training / Active Longevity.

Diese Website ist meine persönliche fachliche Plattform. Sie soll keine eigene Praxis darstellen, sondern einen Ort bieten, an dem ich Gedanken, wissenschaftliche Einordnungen und praktische Perspektiven zu Sportphysiotherapie, Rehabilitation, Training und langfristiger Leistungsfähigkeit zusammenführe.